Mutter-Kleinkindgruppen (Nationalhomogene Krabbelgruppen) in Herten

Rahmenbedingungen

Die national homogenen (türkischen) Krabbelgruppen existieren bereits seit 1999 und wurden damals als ein fester Bestandteil des Sprachförderungskonzeptes der Stadt Herten ins Leben gerufen. Sie dienen dazu die Müttern und Kleinkinder (im Alter von null bis drei Jahren) mit Migrationshintergrund bei ihren Bemühungen des Spracherwerbs, der Muttersprache (Türkisch) und der Zweitsprache (Deutsch), zu unterstützen.

Die Krabbelgruppen trafen sich einmal wöchentlich für drei Stunden. Drei Gruppen finden regelmäßig in der Zeit 9.00 – 12.00 Uhr in den  Kindertageseinrichtungen statt

Ziele

Zu den Zielen der Maßnahmen gehörten u.a. die:

  1. Förderung der Kinder in der Entwicklung ihrer Muttersprache.
  2. Unterstützung der beteiligten Mütter durch Vermittlung unterschiedlicher Methoden, die sie zur Förderung der Sprachentwicklung ihrer Kinder anwenden können (Muttersprache, Zweitsprachenerwerb).
  3. Erleichterung des Überganges in den Kindergarten. Die beteiligten Kinder lernten ihren zukünftigen Kindergarten und die verschiedenen Gruppen kennen.
  4. Aufgaben als Eltern bei der frühkindlichen  Entwicklung ihrer Kinder             (Elternverantwortung).
  5. Diskussion über die  Probleme und Sorgen der teilnehmenden Mütter.

Ablauf

Jedes Treffen begann mit einem Begrüßungslied. Danach folgten die Phasen Freispiel, Gruppenspiel bzw. gemeinsames Spiel mit Müttern, und gemeinsames Frühstücken danach hatten die Kinder auch die Möglichkeit  mit anderen Kindern zu spielen. Nach dem gemeinsamen Aufräumen mit den Kindern sang die Gruppe jeweils ein Abschiedslied.

Inhalt

Mütter und Kinder lernen zusammen im gemeinsamen Spiel, z.B. durch Fingerspiele, Lieder, Gruppenspiele,  Basteln, Bilderbuchbetrachtungen, Märchenlesen beim Essen und Trinken usw.   wie sie ihre Sprachkompetenz erweitern können.

Gesprächsthemen

Unter anderem werden folgende Themen mit den Müttern immer wieder behandelt:

Mutter-Kind-Kommunikation

Eine schwangere Frau gab Anlass zu einer Diskussion darüber, ob es sinnvoll sei, mit einem ungeborenen Kind zu sprechen.

Einige Mütter haben sich darüber aufgeregt, dass die Großeltern mit Kindern in Babysprache reden, danach wurde die Wichtigkeit der deutliche Aussprache und sprechen in ganzen Sätzen besprochen.

Spielen  und Sprechen

In allen vier „Mutter – Kleinkind –Gruppe“ wurde mit Eltern und Kinder sprachfördernde Spiele aus allen Erdteilen gesammelt und  gespielt. Einige Spiele wurden aus der Stadtbücherei (Glashaus), dem „Haus der Kulturen“ und dem Kindergarten ausgeliehen. Wir haben sogar mit Eltern (Müttern) und Kinder einige Spiele selbst erstellt (wie Memory für Kleinkinder usw.)

Freizeit und Soziales

Im Rahmen der Krabbelgruppen haben wir Stadtbücherei im Glashaus besucht einige Mütter sind sogar Mitglied geworden.

Wir haben Ausflüge zum nahe gelegenen Kinderspielplätze gemacht.

Mit allen vier Gruppen wurde der „Kidsplanet“ in Marl – Polsum und der Tiergarten in  Recklinghausen besucht.

Erziehungsziele und Überforderung

Auch diese Themen wurden mit dem Dipl. Psychologen der  Erziehungsberatungsstelle besprochen.

Darüber hinaus haben wir für alle Eltern eine Broschüre des Kinderschutzbund Deutschland „Kinder brauchen Liebe, keine Hiebe“ bestellt, diese mit Mütter in den Gruppen besprochen und an die Mütter verteilt.

 Frühkindliche Entwicklung, Gesundheit und gesunde Ernährung

Um physischen und psychischen Entwicklungsstörungen vorzubeugen wurde in alle Gruppen ein Fachmann von der Psychologischen Beratungsstelle vom Kreisgesundheitsamt zweimal im Jahr eingeladen. Mit ihm wurden in der türkischen Sprache Fachgespräche mit den Eltern geführt. Dabei wurden verschiedene Broschüren und Literaturhinweise an die Eltern verteilt, z.B. „Forderungen eines Kindes an seine Eltern“ in Deutsch und Türkisch (siehe Anlagen).

Einige Kinder wurden als hyperaktiv von ihrem Umfeld wahrgenommen. Ein  Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten (hoher Süßigkeitenkonsum  usw.) wurde als mögliche Ursache gesehen. Dazu wurden die „Elternbriefe“ des „Arbeitkreis Neu Erziehung e.V.“ Berlin in deutscher und türkischer Sprache und verschiedene Broschüren der Krankenkassen ( TK, AOK, Barmer, usw.) als Hilfsmaterial eingesetzt.

Streitsucht

Das Verhalten von Kindern in Konfliktsituationen wird thematisiert.

Einzelkinder und Geschwisterkinder in der Gruppe, sowie die Schwierigkeiten beim Teilen von Spielsachen mit anderen Kindern  (Sozialverhalten in der Gruppe) waren mögliche Themen.

Bildungssystem

Informationen über das deutsche Bildungssystem (Kindertageseinrichtungen Grundschulen, weiterführende Schulen usw.). Mütter beschwerten sich häufig über das deutsche Bildungssystem. Sie haben oft den Eindruck, dass ihre älteren Kinder nicht genug lernen, dass zu viel Unterricht ausfällt und zu wenig Disziplin in der Schule herrscht.

Beratungsstellen

Informationen über Dienstleistungsangebote verschiedenster Beratungsstellen, wie z.B. Erziehungsberatungsstellen, Frühförderungsstellen, AIDS Beratung, psychologische Beratungsangebote für Kinder und Eltern sowie Informationen über Integrationskurse und andere Integrationsmaßnahmen in Herten und Umgebung bilden ebenfalls einen wichtigen Bestandteil der Gespräche mit den Müttern in den Mutter- Kleinkindgruppen.

Verwendete Materialien :

  • Deutsch / türkische  Kinderlieder selbst gesammelt
  • Dein buntes Wörterbuch Deutsch – Türkisch mit Bilder
  • „Kinder brauche Liebe, keine Hiebe“                Deutsch/ Türkisch
  • „Elternbriefe „ AK Neue Erziehung e.V. Berlin Deutsch/Türkisch
  • 12 Forderungen eines Kindes an seine Eltern            Deutsch/Türkisch

Finanzierungsbedarf eine Gruppe:

Kosten für geschulte Honorarkräfte 2 Honorarkraft, 10,-€ je Stunde,

3 Stunden in der Woche ca. 40 Wochen im Jahr   =  2 400,–€ im Jahr

Sachmittel und Spielmaterial                                         600,–€ im Jahr

 

Gesamtkosten                                                   ca.   3 000,–€ im Jahr

 

Organisation und Kontaktperson:

Mustafa Ceylan

Haus der Kulturen

Vitusstr.20, 45699 Herten

Tel:       02366 / 180715

E-Mail : m.ceylan@haus-der-kulturen.de

Fax:      02366 / 180716